Volksbank Störmede-Hörste steigert Kredite kräftig

Vorstände Herbert Hölting und Margot Brüggemeier-Lummer kündigen ihren Ruhestand an

15.06.2019 - Axel Schwade - Tageszeitung "Der Patriot"

Störmede/Hörste – Die Volksbank Störmede-Hörste hat im ersten Jahr nach ihrem Zusammenschluss im Geschäft zugelegt: Die Kredite stiegen im Vergleich zu 2017 um satte 9,1 Prozent auf nun 98,5 Millionen Euro. Begründet ist dies vor allem durch private Bauvorhaben – aber nicht nur: „Diese Zahlen stehen auch für unternehmerische Investititionen, die hier vor Ort Arbeitsplätze schaffen und sichern“, erklärte Vorstand Meinolf
Otte bei der Generalversammlung am Donnerstag vor 250 Zuhörern in der Störmeder Schützenhalle. Die Summen der Kunden auf Giro-, Spar- und Festgeldkonten summierten sich derweil auf 137,7 Millionen Euro (+0,9 Prozent), wobei der Trend zu schnell verfügbaren Einlagen zunehme. Otte erinnerte daran, längerfristig zu denken und angesichts von Niedrigzins und Inflation auch andere Anlageklassen zu beachten – freilich nach vorhergehender Beratung. Als relativ junges Geschäftsfeld stellte Margot Brüggemeier-Lummer die Immobilienvermittlung vor.

Während die Verbesserung des Provisionsergebnisses den Rückgang der Zinserträge nicht auffing, machte die Senkung der Verwaltungsaufwendungen die Personalkostenerhöhung mehr als wett. Unterm Strich blieb, nach Steuern in Höhe von 300 000 Euro, ein Überschuss von 312 000 Euro. Die Mitglieder beschlossen, davon eine 5,0-prozentige Dividende (58 000 Euro) auszuzahlen sowie 254 000 Euro in die Rücklagen einzustellen. Das bilanzielle Eigenkapital dotiert nun bei 19 Millionen Euro. Das hinderte Otte freilich nicht, die Bürokratiekosten der Bankenregulierung zu kritisieren: Seit der Finanzkrise habe sich der Meldepflichten-Aufwand mindestens verdoppelt – wobei dieser auf systemrelevante Großbanken zugeschnitten sei (zur Einordnung: die Bilanzsumme der Volksbank liegt, trotz zweiprozentigem Anstieg, bei 176 Millionen Euro; sie hat 34 Mitarbeiter, denen Aufsichtsrat und Vorstände für ihr Engagement dankten).

Der Donnerstag bedeutete derweil auch eine erste Station des Abschiednehmens: Vorstand Herbert Hölting kündigte an, am 31. August nach dann 49 Jahren bei der Genossenschaft (davon 39 als Vorstand bei der früheren Volksbank Hörste) in den Ruhestand zu gehen. Hölting: „Das löst zwiespältige Gefühle in mir aus – ein wenig Wehmut, aber auch Zufriedenheit und Dankbarkeit.“ Derweil wird sich Margot Brüggemeier-Lummer, seit dem Jahr 2000 Weggefährtin im Vorstand, im April nächsten Jahres zurückziehen. Sie bedankte sich für die Teamarbeit – und wurde (ebenso wie zuvor Hölting) in diesem emotionalen Moment durch stehende Ovationen der Mitglieder gestützt. Nachhaltigkeit gilt auch an anderer Stelle: Zwei Mitglieder des paritätisch besetzten Aufsichtsrats, Ludger Lehmenkühler (Störmede) und Franz-Josef Wieneke (Hörste) wurden für ihr 30- bzw. 25- jähriges ehrenamtliches Engagement mit der silbernen Nadel des Genossenschaftsverbandes ausgezeichnet – und bleiben weiter aktiv. Wiedergewählt wurden auch der stellv. Vorsitzende Heinz Rudolf Haselhorst (Mettinghausen) und Antonius Meyer (Langeneicke).

Mit Bürgermobil in Bewegung bleiben

Wie Vorstand Michael Götte ankündigte, wird die Bank im Herbst ein Bürgermobil an die Bürgerstiftung übergeben. Ähnlich wie mit den Störmeder Dorfbussen (aus einem Leader-Projekt) soll damit die Mobilität der Mitglieder und Bürger gefördert werden – und zwar im gesamten Geschäftsgebiet. „Der Bürgerbus ist nicht als Wettbewerb zu den Dorfbussen zu verstehen“, betonte Götte. Übrigens: Im letzten Jahr flossen, unter maßgeblicher Beteiligung von Gewinnsparmitteln und Spenden, 29 000 Euro in örtliche Projekte.

Ausgezeichnete Aufsichtsräte: Franz-Josef Wieneke und Ludger Lehmenkühler erhielten von Tobias Jasper die Silbernadel des Verbands.